Was ist Networking
Networking ist ein mittlerweile im Alltag oft verwendeter Anglizismus, der mit "sozialer Beziehungspflege" gleichzusetzen ist. Networking ist eine meist geplante und systematische Tätigkeit, die darin besteht, Kontakte zu Menschen zu suchen, Beziehungen aufzubauen und längerfristig zu gestalten. Dieser aktive resp. steuernde Aspekt basiert grundsätzlich auf der offenen Absicht der gegenseitigen Förderung zum beidseitigen Vorteil.
Folgende Beispiele verdeutlichen, wie Kontakte und Beziehungen gestaltet werden und welche Konsequenzen daraus resultieren.
Das aktive Zugehen auf Menschen und Herbeiführen von Kontakten
Networking ist eine Sache, die man aktiv in die Hand nehmen muss. Networking "passiert" nicht einfach ohne eigenes Dazutun. Bei der Stellensuche ist es zu oft so, dass die Menschen eher passiv eine Stelle suchen, d.h. sie warten - überspitzt formuliert - bis ihnen eine akzeptable Stelle angeboten wird. Sie gehen dabei von folgenden Annahmen aus:
«Wer sich beruflich verändern möchte, sollte offen bleiben, damit es ihm möglich ist, von der nächstbesten angebotenen Stelle zu profitieren.»
«Wer sich beruflich verändern möchte, sollte seine Bemühungen nur auf Unternehmen konzentrieren, die offene Stellen anzubieten haben.»
«Je offener ich meine Wünsche und Fähigkeiten beschreibe, desto eher findet die Personalabteilung schon irgendwie eine offene Stelle.»
«Die offenen Stellen, die für mich in Frage kommen, werden sicherlich ausgeschrieben.»
Um sein persönliches Netzwerk auf- oder auszubauen, muss man auch die Initiative ergreifen, d.h. auf Personen zugehen, zu denen bislang keine persönliche Beziehung besteht. Die Zielperson besetzt z.B. eine einflussreiche Position oder organisiert den Zugang zu bestimmten Ressourcen.
Beispiel:
Doris Stamm hat soeben Ihre Ausbildung absolviert und sucht nun einen Einsteiger-Job. Dazu beschafft sie sich Adressen von einflussreichen Menschen, die dieselbe Ausbildung wie sie abgeschlossen haben, bereitet sich gründlich vor, denkt sich einen sympathischen und smarten "Aufhänger" aus und nimmt den Telefonhörer in die Hand.
Die Interaktion mit Networking-Partnern
Die Kommunikation sollte Spass machen oder zumindest auf einem gemeinsamen Interesse basieren. Auch bei einem unverbindlichen Smalltalk kann Erstaunliches passieren.
Beispiel:
Tom Furrer kontaktiert in unregelmässigen Abständen einen ehemaligen Arbeitskollegen und erkundigt sich nach seinem Befinden. Zwischen gelegentlich auch belanglosen Gesprächen gibt es von beiden Seiten auch konkrete Fragen: "Für eine Ton-Sequenz in unserem neusten E-Learning-Projekt suchen wir eine sympathische Stimme, die gut, aber nicht professionell klingt. Kennst Du jemanden?" Sein Gesprächspartner antwortet: "So ein Zufall! Meine Nichte macht doch diese Schauspielschule und hat mich neulich gefragt, ob ich einen Job für sie wüsste. Ruf sie doch an?!"
Der gezielte Austausch von Informationen zur gegenseitigen Unterstützung
Typisch im Networking ist die Weitergabe von Informationen, Tipps und Ratschlägen. Es ergeben sich oft Möglichkeiten, dass man einem Netzwerk-Partner mit kleinem Aufwand einen grossen Dienst erweisen kann. Mitdenken ist hier gefragt!
Beispiel:
Nathalie Dufour liest viel, täglich eine Tageszeitung sowie diverse Newsletter zu ausgewählten Themen. Als gute Zuhörerin kennt sie die thematischen Steckenpferde und Interessen ihrer Netzwerkpartner. In einer Wochenend-Ausgabe der NZZ sieht sie eine Stellenanzeige, in der ein Dozent für Musikmanagement gesucht wird. Ohne zu zögern schickt sie das Inserat weiter. Einige Tage später bekommt sie ein überglückliches Telefon.
Die Pflege von Beziehungen
Networking muss als Tätigkeit betrachtet werden, die oft erst längerfristig Erfolg bringt. Daher müssen die Kontaktpartner auch langfristig an das eigene Netz gebunden werden. Eine Teilnahme an Veranstaltungen gehört zu dieser Praktik ebenso, wie das kontinuierliche Kontaktieren von wichtigen Beziehungen.
Beispiel:
Dominic Schütz meldet sich bei seinen Netzwerk-Partnern in unregelmässigen Abständen, schickt gelegentlich eine E-Mail oder trifft sich mit ausgewählten Personen. Alle finden ihn sympathisch, profitieren von seinen vielen Beziehungen und Kontakten. Er selber profitiert genau so.
Networking basiert auf mehr oder weniger klaren Regeln. Man kann diese erlernen und üben. Starten Sie sogleich mit den vier Schritten des Networking.
Quelle: jobagent.ch
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