MBA: Alles was Sie rund um das Thema wissen sollten
MBA steht für Master of Business Administration. Im englischsprachigen Raum ist der MBA ein akademischer Titel, der i.d.R. auf einer Zusatzausbildung zum Bachelor-Studium basiert. In unserem Bildungssystem entspricht der (Executive) MBA einem Nachdiplomstudium.
Der MBA ist eine ursprünglich rein amerikanische Ausbildung. In den USA gibt es dementsprechend mehrere Hundert MBA-Anbieter. In Europa, Asien und Australien nimmt die Zahl an MBA-Ausbildungsstätten rasant zu. Hinsichtlich Qualität, Image, Zulassungsbedingungen, Themenschwerpunkt, Herkunft der Studierenden, Preis, Dauer der Ausbildung und Laufbahn-Perspektiven nach erfolgtem Abschluss sind die Unterschiede jedoch beachtlich. MBA ist nicht gleich MBA.
MBA - drei Buchstaben mit dem unwiderstehlichen Mythos. Die Popularität des MBA ist ungebrochen. In den meisten europäischen Ländern hat das Interesse an einem MBA-Studium in den letzten Jahren massiv zugenommen. Nachfrageseitig drängen immer mehr (angehende) Managerinnen und Manager in die MBA-Programme. Angebotsseitig reagieren die Business Schools mit permanent mehr und neuen Ausbildungsvarianten. Dies hat nicht nur Vorteile! Wer an einer Ausbildung zum MBA interessiert ist, befindet sich deshalb in einer schwierigen Lage, denn MBA ist nicht gleich MBA!
Verschiedene MBA-Typen
Zulassungsbestimmungen
So wählen Sie das richtige MBA
Für wen ist ein MBA sinnvoll?
Die MBA-Ausbildung entstand vor ca. 100 Jahren in den USA. Das ursprüngliche Ziel war, Absolventen nicht-wirtschaftlicher Studiengänge auf eine Karriere im Management vorzubereiten. Obwohl die MBA-Ausbildung auch immer mehr Absolvierende wirtschaftlicher Fachbereiche anzieht, kommen die meisten Teilnehmenden nach wie vor aus anderen Disziplinen wie beispielsweise Ingenieurwesen, Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Jura oder Medizin.
Für Wirtschaftswissenschaftler kann es unter folgenden Umständen Sinn machen:
- Spezialisiertes MBA (z.B. Master of Human Resources)
- Internationale Ausrichtung
- Fremdsprachen- und Kulturkompetenz
- Wissens- und Methoden-Updating
Hierzu eine Liste von Spezialisierungen
Ein MBA-Programm ist, vereinfacht dargestellt, ein Ausbildungscamp für zukünftige Managerinnen und Manager. Die Studierenden werden dabei in den wirtschaftlichen Grundlagen und den modernen Management-Ansätzen geschult. Dazu gehören Fächer wie z.B.:
- Strategisches Management
- Mitarbeiterführung
- Marketing
- Human Resource Management
- Controlling und Finanzmanagement
- Beschaffung, Logistik und Produktion
- Informationstechnologie
- Recht
- Mikro- und Makroökonomie
- Statistik
- Betriebspsychologie
- Arbeits- und Entscheidungsmethodik
- Fremdsprachen
Es gehören aber auch Wahlfächer wie Kulturmanagement, Entrepreneurship, Tourismusmanagement o.ä. dazu.
Der Schwerpunkt der Programme liegt dabei mehr auf dem Praxisbezug als auf der Theorie. Ergebnis einer MBA-Ausbildung ist ein gut ausgebildeter Jungmanager, der den Anforderungen einer zunehmend international geprägten und sich schnell wandelnden Unternehmenswelt gewachsen ist. Er kennt die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Methoden und Werkzeuge, versteht die Zusammenhänge und die Vernetzung der Wirtschaft und ist anhand diverser Fallstudien auf Probleme und Hürden einer - meist grösseren und internationalen - Unternehmung vorbereitet.
Verschiedene MBA-Typen
Von den weltweit geschätzten 4'000 MBAs gibt es mittlerweile eine grössere Zahl von Typen und Varianten von MBA-Programmen. Dies resultiert daher, weil der Titel nicht geschützt ist und nahezu jede Institution ein MBA-Programm anbieten kann. Abgesehen von verschiedenen Ausnahmen, lässt sich folgende Einteilung machen:
- Der amerikanische MBA (2 Jahre Vollzeit)
- Die klassische MBA-Ausbildung nimmt fast zwei Jahre in Anspruch, meist inklusive Firmenpraktikum. Einige Programme lassen sich durch einen Verzicht auf dieses Praktikum auf 16 Monate verkürzen. Traditionell beginnen die Programme im Herbst und enden mit der Titelverleihung im Frühling. Es gibt aber auch Programme, die einen zeitlich flexiblen Einstieg ermöglichen. Die MBA-Teilnehmenden haben ein Durchschnittsalter von etwa 26 Jahren und im Schnitt zwei bis drei Jahre Berufserfahrung.
- Der europäische MBA (1 Jahr Vollzeit)
- Die europäische Variante des MBA-Programmes ist meist kürzer als das US-MBA, weil in Europa das Erststudium i.d.R. länger dauert als der College-Abschluss in den USA. Dementsprechend liegt der Altersdurchschnitt der Teilnehmer an europäischen Programmen leicht über dem in den USA, trotz der meist geringeren Berufserfahrung der europäischen MBAs. Mittlerweile bieten allerdings auch einige amerikanische Business Schools MBA-Programme mit kürzerer Studiendauer an.
- Das Executive MBA (2 Jahre Teilzeit)
- Für erfahrene Managerinnen und Manager mit meist mehr als fünf Jahren Berufserfahrung bieten Business Schools Teilzeitprogramme an, in denen sich die Teilnehmenden entweder einmal in der Woche an einem Samstag oder an abwechselnden Wochenenden für 2 Tage (Freitag und Samstag) oder wochenblockweise zum Unterricht treffen. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 30 und 40 Jahren.
Warum ein MBA machen?
Auf die Frage an Teilnehmende, weshalb Sie ein MBA absolvieren, folgen drei grundsätzliche Antworten: Die einen möchten in ihrer schon erreichten beruflichen Funktion weiterkommen, die anderen streben über die Fortbildung zum MBA einen Wechsel ihrer Tätigkeit an, und die letzten möchten sich internationaler ausrichten.
Genau so ausschlaggebende Gründe - allerdings oft unausgesprochen - sind:
- Mehr Prestige
- Höheres Einkommen
- Schnellere Karriere
- Ausland-Transfer
- Vom Arbeitgeber gesponserte "Freizeit"
Aber auch:
- Erkennen der eigenen betriebswirtschaftlichen Wissensdefizite
- Rückkehr an die Schule
- Neugier, Wissensdurst und Spass am Thema
- Lust, mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzuarbeiten
- Vorübergehender Ausstieg aus der Arbeitswelt
- Wunsch, in Branche oder Unternehmung einzusteigen, die ein MBA voraussetzen (z.B. Unternehmensberatungen)
Zulassungsbestimmungen
Die meisten Business Schools verlangen einen Uni- oder einen FH-Abschluss. Dies heisst nun aber nicht, dass, wer keinen akademischen Abschluss hat, kein MBA absolvieren kann. Gelegentlich entscheidet die Schule sur dossier, welche Abschlüsse zugelassen werden und welche nicht. Meisten ebenfalls vorausgesetzt wird eine bestimmte Anzahl Jahre Berufserfahrung, manchmal sogar auch Führungserfahrung. Eine hohe Punktzahl beim GMAT sowie beim TOEFL sind ebenfalls in den meisten Fällen unabdingbare Voraussetzungen.
Business Schools, die durch höhere Aufnahmehürden strenger selektieren, geniessen i.d.R. ein höheres Ansehen. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sie dort auf sehr zielstrebige und interessante Kommilitonen treffen, mit denen sie während des Programms Erfahrungen austauschen und später ein attraktives Netzwerk aufbauen können.
Die Qual der Wahl
Wer seine Chancen realistisch einschätzen und seine Ziele dann richtigerweise so hoch wie möglich stecken möchte, benötigt zuverlässige Informationen für die Auswahl der Programme und muss anschliessend eine inhaltlich und formal möglichst perfekte Bewerbung erstellen. Nur so wird er die Chance haben, einen MBA-Studienplatz angeboten zu bekommen, der vom akademischen Umfeld her und für seine Zukunftsaussichten eine echte Bereicherung bedeutet. So unangenehm der Bewerbungsprozess auch sein mag: am Ende wird sich diese Entscheidung für die meisten Menschen auf unterschiedliche Weise lohnen.
Ein MBA ist immer mit grossen Ausgaben verbunden - wann lohnt sich ein MBA? Beantwortet man diese Frage rein aus der finanziellen Optik, kann man davon ausgehen, dass ein beachtlicher Gehaltsanstieg sehr realistisch ist. Insofern hat man die Studienkosten eines MBA-Programms ziemlich schnell wieder eingespielt. Langfristig lohnt sich ein MBA nicht nur aus der finanziellen Perspektive in jedem Fall: Allein die Kontakte und Eindrücke einer Ausbildung im Ausland sind wertvoll und machen sich im späteren Leben bezahlt.
Finanziell betrachtet lohnt sich ein MBA-Studium insbesondere nach 3 bis 5 Jahren Berufserfahrung:
- Das Gehalt, auf das man im Falle eines Vollzeitprogrammes verzichtet, ist i.d.R. noch nicht so hoch.
- Die Berufstätigkeit dauert noch lange genug an, so dass sich die Kosten des Studiums amortisieren.
- Das Alter am Ende des Studiums ist für Arbeitgeber attraktiv.
So wählen Sie das richtige MBA
Das beste MBA ist nicht zwingend das Richtige, und das richtige Programm ist nicht immer das Beste! Bei der Auswahl der Programme empfiehlt sich das im folgenden dargestellte Verfahren.
- Suchen Sie zunächst die für Sie interessanten Programme aus.
- Prüfen Sie anschliessend die Voraussetzungen für die Zulassung zu den Programmen.
- Vergleichen Sie:
- Ranking (meist internationale Printmedien)
- Akkreditierung
- Akademische Reputation
- Internationales Image
- Primäre Lehrmethoden
- Bekanntheitsgrad der Professoren
- Spezialitäten bzw. Kernkompetenzen der Business School
- Möglichkeiten für ausländische Studierende
- Gewicht und Bedeutung der Teamarbeit
- Praxisnähe der Ausbildung
- Studierenden-Support
- Infrastruktur und Campus
- Landschaft und Umgebung
- Freizeitmöglichkeiten
- Studenten-Aktivitäten
- Arbeitsstunden pro Woche
- Klassengrösse
- Druck und Wettbewerb
- Durchschnittliches Start-Gehalt nach MBA-Absolvierung
- Laufbahn-Support
- Networking
- Ausbildungsausgaben
- Lebenshaltungskosten
- Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung
- Kalkulieren Sie!
Wegen des umfangreichen Angebots ist es empfehlenswert, sich zunächst nur über die Auswahl und Zulassung bei den interessanten Programmen Gedanken zu machen und später erst zur Finanzierung des Studiums.
Obwohl der MBA grundsätzlich ein allgemeines Programm ist, sind bestimmte Schulen doch auf bestimmte Ausbildungsbereiche spezialisiert, für die es dann nach den Pflichtkursen viele Wahlveranstaltungen gibt.
Sehen Sie sich den Lehrkörper der interessanten Business Schools genau an. Folgende Fragen sollten in den Informationsbroschüren und durch eigene Recherchen beantwortet werden:
- Sind darunter anerkannte Spezialisten, deren Name Sie schon von Fachpublikationen kennen?
- Haben alle Professoren einen PhD (Dr.) oder einen vergleichbaren Abschluss?
- Welche Unternehmen haben in den vergangenen Jahren wie viele Absolventen rekrutiert?
Checkliste für Ihre Wahl
Sie sehen, wer ein MBA absolvieren will, hat einiges an Zeit für die Recherche, Evaluation und Vorbereitung zu investieren. Ihre ausschlaggebenden Fragen im Rahmen eines Entscheides für oder gegen ein MBA Studium sollten daher sein:
- Warum möchte ich ein MBA absolvieren? Ist ein MBA wirklich der geeignete Weg zu meinen beruflichen Zielen?
- Wie unterscheiden sich die Programme?
- Was zeichnet ein gutes MBA-Programm aus?
- Welche Zulassungsvoraussetzungen müssen erfüllt werden?
- Welche Fächer stehen auf dem Lehrplan?
- Welche Lehrmethoden werden eingesetzt?
- In welchem Land soll ein MBA-Studium absolviert werden?
- Wann und in welcher Form möchte ich das MBA-Studium absolvieren?
- Bringe ich ausreichend Engagement, Durchhaltewillen, Selbstdisziplin und Leistungsorientierung mit?
- Welche Schule und welches Programm passen zu mir?
- Welche Bewerbungsunterlagen sind einzureichen?
- Wie hoch sind die Studiengebühren?
- Wieviel betragen die Lebenshaltungskosten?
- Wie lässt sich ein MBA-Studium finanzieren?
- Welche (beruflichen) Perspektiven haben MBA-Absolventen?
- Sind auch Partner(in), Familie und Freunde bereit, dies zu akzeptieren?
Quelle: jobagent.ch
Top Management Literatur
![]() |
Wettbewerbsstrategie Michael E. Porter |
![]() |
Die Lernende Organisation Chris Argyris, Donald A. Schön |
![]() |
Emotionale Führung Daniel Goleman, Richard Boyatzis, Annie McKee |
![]() |
Das Semco System. Management ohne Manager. Ricardo Semler |
![]() |
Das Informationszeitalter Manuel Castells |
![]() |
Die Strategische Planung Henry Mintzberg |
![]() |
Erfolg im Leben Henry Ford |









