So arbeiten seriöse und kompetente Headhunter

Im Headhunter- resp. Personalberatungsgeschäft gibt es nicht nur qualifizierte und seriöse Unternehmen. Es ist deshalb Vorsicht geboten bei der Auswahl von und der Zusammenarbeit mit Headhuntern und Personalberatern.

Checkliste

Diese Checkliste gibt Ihnen Hinweise, wie qualifizierte und seriöse Beratungsunternehmen vorgehen und was Sie erwarten dürfen:

  • Vertrauen aufbauen und offene Information
    Beim Erstkontakt muss der Personalberater einerseits in vernünftiger Zeit das nötige Vertrauen aufbauen und andererseits eine kritische Bewertung der persönlichen und fachlichen Eignung der Kandidaten vornehmen. Damit der anfangs noch unverbindliche Kontakt konkreter wird, hat der Personalberater Kandidaten beim ersten Gespräch sehr offen und ausführlich über die auftraggebende Firma zu informieren.
  • Fundierte Analyse und Beschreibung der Position
    Grundlagen für diese Information sind eine sorgfältige Analyse der Organisationsstruktur des auftraggebenden Unternehmens sowie ein hierauf basierendes Stellenprofil, das präzise Aufgaben und organisatorische Einbindung der zu besetzenden Position beschreibt.
  • Ursachenklärung und Einstimmung
    Darüber hinaus sind für die potentiellen Bewerber Informationen über den Grund der Stellenbesetzung, die Firmenkultur und -strategie sowie die wirtschaftliche Situation des Unternehmens von besonderem Interesse. Ausserdem ist der Kandidat vom Personalberater ausgiebig auf die auftraggebenden Personen, deren Erwartungen, Arbeitsstil und zukünftige Vorhaben einzustimmen.
  • Fairer Umgang
    Sollten sich in diesem ersten Interview Bewerbende als nicht geeignet und damit als chancenlos erweisen, so ist ihnen dies begründet darzulegen. Auf keinen Fall sollten diese Bewerber nur präsentiert werden, damit Präsentationsrunden rein zahlenmässig komplettiert und quantitativ aufgewertet werden.
  • Reelle Versprechungen
    Karriereperspektiven in der auftraggebenden Unternehmung sollten realistisch geschildert werden, denn nur so gehen Kandidaten mit angemessenen Vorstellungen in das erste Gespräch mit dem Unternehmen. Es wird sehr schnell deutlich, wenn der Personalberater den Kandidaten falsche Versprechungen hinsichtlich persönlicher Entwicklungsmöglichkeiten gemacht hat.
  • Schilderung der Probleme
    Problematische Punkte wie beispielsweise eine kritische Marktsituation des auftraggebenden Unternehmens oder schwierige Vorgesetzte sollte ein Berater den Kandidaten offen und direkt erläutern. Das Vorhandensein von Mitbewerbern sollte stets offen angesprochen und die Chancen des Bewerbers ehrlich abgewogen werden.
  • Begleitung und Betreuung
    Auf der anderen Seite muss der Berater seinen Auftraggeber im Vorfeld objektiv und realistisch über Stärken und Schwächen der einzelnen Bewerber informieren, damit die Vorstellungsgespräche zielgerichtet geführt werden können. An den Erstgesprächen beim Auftraggeber sollte der Personalberater teilnehmen und darauf hinwirken, dass sowohl Unternehmen als auch Kandidat ihren Informationsbedarf adäquat befriedigen können. Kandidaten, die ein zweites Gespräch bei der auftraggebenden Firma erhalten, müssen auf den Verlauf der Gespräche eingestellt werden. Hierzu gehört eine kritische Analyse des vorangegangenen Gesprächs, damit eventuelle Defizite abgestellt und offene Fragen geklärt werden können.
  • Faire Information (auch bei einer Absage)
    Abgelehnten Bewerbern sollte der Berater ausführlich die ausschlaggebenden Gründe erläutern und sie einfühlsam, aber gezielt auf eventuelle Fehler aufmerksam machen. Diese Coaching-Funktion ist wichtig, damit die Kandidaten eine Bewertung ihres Auftretens und Gesprächsverhaltens erfahren und Fehler korrigieren können.
  • Neutralität
    Der Personalberater sollte den Kandidaten in der entscheidenden Phase bei den Vertragsmodalitäten für Fragen zur Verfügung stehen. Eine Beratung bei der Verhandlung des Gehaltes ist allerdings problematisch und kann unseriös dem Auftraggeber gegenüber sein, da die meisten Berater auf Basis des Jahreseinkommens der eingestellten Bewerber honoriert werden.
  • Nachbetreuung
    Nach Arbeitsantritt sollte der Personalberater sowohl für die Auftraggeber als auch für die neu eingestellten Kandidaten beratend oder vermittelnd zur Verfügung stehen.

Quelle: jobagent.ch