Kreativitätstechniken
Ideen, die zur Findung neuer Produkte und Leistungen führen, können oft sehr unterschiedliche Quellen haben. Die möglichen Ideenquellen lassen sich nach verschiedenen Kriterien, wie z.B. der Herkunft oder dem Prozess der Gewinnung unterscheiden. Der Prozess der Ideengewinnung unterscheidet man in logisch-systematische oder intuitiv-kreative Verfahren.
Logisch-systematische Verfahren
Als logisch-systematische Verfahren werden diejenigen Verfahren bezeichnet, die versuchen, das Lösungsfeld für ein bestimmtes Problem möglichst umfassend darzustellen. Dabei gliedert man das Problem systematisch in Teilprobleme und analysiert diese Teilprobleme auf ihre Parameter. Durch die Kombination verschiedener Lösungsmöglichkeiten versucht man dann neue Problemlösungen zu finden. Durch die relative Eingrenzung des Suchfelds sind diese Verfahren, vor allem für das Finden von Verbesserungen geeignet. Zu den bekanntesten logistisch-systematischen Verfahren zählen: die Eigenschaftslisten, die Methode der erzwungenen Beziehungen, die morphologische Methode.- Eigenschaftslisten:
- Alle Eigenschaften, Ausprägungen und Merkmale eines Objektes werden genau beschrieben und schriftlich festgehalten. Die eigentliche Ideenproduktion besteht darin, diese verschiedenen Merkmale zu einer neuen Kombination zusammenzusetzen. Voraussetzung für die Anwendung ist die Feststellbarkeit der für die Problemlösung relevanten Eigenschaften. Eine wirkungsvolle Methode, kreative Ideen zur Verbesserung von Produkten oder Verfahrensabläufen zu produzieren.
- Erzwungene Eigenschaften:
- Die Ideengewinnung erfolgt durch gedankliche Zusammenfassung von ursprünglich nicht zusammengehörenden Merkmalen, Eigenschaften und Ausprägungen. Diese Technik beschränkt sich auf die Kombination von Eigenschaften bestehender Erzeugnisse. Somit besteht zwischen der neuen Idee eine direkte Abhängigkeit zu der Qualität früher gefundener Ideen bzw. Produkten.
- Morphologische Methode:
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Dabei werden die wichtigsten Dimensionen eines Problems isoliert und die totale Kombination aller gegenseitigen Beziehungen aufgestellt und untersucht. Die möglichen Lösungsalternativen werden dabei zu kreativen Lösungen kombiniert.
Der Ablauf der morphologischen Analyse vollzieht sich in fünf Schritten
- Definition des Problems in möglichst allgemeiner Form
- Aufstellung der Paramter, das heisst, das Problem wird in die Komponenten zerlegt, die seine Lösung beeinflussen.
- Aufstellung des morphologischen Kastens (Darstellung in einer Matrixform). Für jeden Parameter werden Lösungsalternativen festgelegt und in den morphologischen Kasten eingetragen.
- Analyse - Die im morphologischen Kasten enthaltenen Lösungsalternativen werden zu kreativen Lösungen kombiniert.
- Optimale Lösung - Aus allen möglichen Lösungen wird die für das Problem optimale Lösung ausgewählt.
Intuitiv-kreative Verfahren
Zu den intuitiv-kreativen Verfahren zählt man jene Verfahren, die primär durch spontane Einfälle, Intuition, Assoziationsverkettung, Analogieschlüsse und Verfremdung eines Problems bei anderer Betrachtungsweise zu neuen Lösungen gelangen. Durch die geringe bzw. nicht vorgenommene Eingrenzung des Suchfeldes erscheinen sie besonders für das Finden "echter" Innovationen geeignet. Die bekanntesten Verfahren dieser Gruppe sind das Brainstorming, die Synektik, die Methode 6-3-5 und die Delphi-Methode.
- Brainstorming:
- Beruht auf dem Prinzip der freien Assoziation und der impulsiven Kreativität der Teilnehmer. Grundprinzip dieser Methode ist, durch die intensive Diskussion aller Teilnehmer eine positive wechselseitige Assoziationsverkettung zu erreichen, um möglichst viele Vorschläge zu bekommen, deren Beurteilung und Bewertung jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Diese Methode ist leicht durchzuführen und eignet sich primär für schlecht-strukturierte Probleme, für deren Lösung sie erste Anregungen bringen kann.
- Synektik:
-
Wird oft als die kreativste Methode der Ideenfindung bezeichnet und beruht auf der systematischen Verfremdung eines Problems durch Analogien aus anderen Bereichen (z.B. Natur, Kunst, Geschichte, Technik und Wirtschaft). Die spontanen Äusserungen der Teilnehmer werden aufgegriffen, weiterentwickelt und visualisiert. Zu neuen Lösungen kommt man durch die Überprüfung ihrer Realisationsmöglichkeiten und mit der Rückführung auf das ursprüngliche Ausgangsproblem.
Dieses Verfahren ist anspruchsvoll und zeitraubend aber dafür auch effizienter als das Brainstorming. Im Einzelnen unterscheidet man die folgenden Schritte:
- Erklärung des Problems
- Analyse des Problems und Erklärung durch Experten
- Problemverständnis prüfen und vertiefen
- Spontane Lösungen festhalten
- Übereinstimmung des Teams zum Problemverständnis
- Analogien bilden und vertiefen
- Beziehung zwischen Analogien und Problem herstellen
- Übertragung auf das Problem
- Lösungen entwickeln
- Methode 6-3-5:
- Diese Methode ist eine Abwandlung des Brainstormings und gehört zu den Brainwriting-Verfahren. Hier nehmen 6 Teilnehmer teil, die jeweils 3 Ideen innerhalb von 5 Minuten zu einem Problem aufschreiben. Diese Ideenäusserungen werden anschliessend ausgetauscht und durch 3 neue Vorschläge des nächsten Teilnehmers ergänzt, bis jeder Teilnehmer 18 Lösungsideen niedergeschrieben hat. Diese Methode eignet sich für verhältnismässige einfache und gut strukturierte Probleme (z.B. Namensfindung).
- Delphi-Methode:
- Das Grundprinzip besteht darin, eine Gruppe von Experten im Hinblick auf die künftige Entwicklung um Rat zu fragen. Die Experten werden einzeln und getrennt befragt. Durch Rückkopplung und mehrfache Wiederholung wird versucht, extreme Meinungen und Fehleinschätzungen zu beseitigen. Die Delphi-Methode ist primär für langfristige Fragestellungen geeignet, insbesondere in den Fällen, in denen andere wissenschaftliche Methoden nicht angewendet werden können. Sie ist auch eher eine Methode der Vorhersage als der Kreativität.
Quelle: jobagent.ch
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