Interview

Sie haben es geschafft, Sie haben den ersten Fuss in die Türe bekommen. Nun gilt es den Recruiter vollständig von Ihrer Eignung zu überzeugen. Beim Vorstellungsgespräch will das Unternehmen mehr über Sie erfahren. Man will Sie kennenlernen und ein gegenseitiges Gefühl dafür erhalten, ob sie wirklich zum Unternehmen passen. Sie erhalten im Gegenzug die Möglichkeit zusätzliche Informationen einzuholen und mehr über die Organisationskultur zu erfahren.

Gute Vorbereitung ist ein Muss!

Auch hier gilt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Sie sollten Sich vollkommen im Klaren sein, welches Ihre Stärken und Schwächen, Kompetenzen und Fähigkeiten sind. Wenn Sie es noch nicht ausführlich gemacht haben, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt für eine eingehende Analyse gekommen. Was sind Ihre grössten Erfolge? Welches Ihre Niederlagen? Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Wo sehen Sie Ihre grösste Stärke und wo Ihre Schwäche? Wie sieht Ihre Karriereplanung aus und was haben Sie schon erreicht?

Bereiten Sie sich gezielt vor. Beschaffen Sie sich Informationen zum Unternehmen. Branche, Marktentwicklungen und -besonderheiten, Wettbewerber, Unternehmensgrösse usw. Sie möchten bei dieser Firma arbeiten, bringen Sie soviel wie möglich darüber in Erfahrung. Auf dieser Grundlage können Sie sich einen professionellen Fragenkatalog erarbeiten und Ihr Interesse für das Unternehmen unter Beweis stellen. Haben Sie besondere Fähigkeiten oder Erfahrungen, die aufgrund Ihrer Recherche besonders interessant für das Unternehmen sein könnten? Sprechen Sie darüber, lenken Sie Ihre Fragen in diese Richtung und heben Sie so Ihr Können hervor.

Seien Sie aber auch auf Fragen vorbereitet. Erarbeiten Sie eine Liste mit Ihren beruflichen, fachlichen, evtl. sogar persönlichen, Erfahrungen und notieren Sie zu jedem Punkt die damit verbundenen Aufgaben und Erfolge. Zeigen Sie auf, welche für das Unternehmen spannend sind und womit Sie zum Unternehmenserfolg beitragen könnten. Bei Schwachstellen überlegen Sie sich, wie Sie diese ausgleichen könnten. Halten Sie auch Antworten auf erklärungsbedürftige Punkte im Lebenslauf bereit.

Das Interview - auch Sie dürfen fragen

Beim Vorstellungsgespräch geht es nicht darum, eine Prüfung abzulegen. Sie wurden eingeladen, weil Ihr Leistungsausweis auf dem Papier überzeugt hat. Sie sind eine qualifizierte Fach- oder Führungskraft und haben bereits einiges an Erfahrung in Ihrem Rucksack dabei, verhalten Sie sich auch so. Bleiben Sie souverän und betrachten Sie auch das Interview als Gelegenheit Ihren "Business Partner" kennenzulernen. Das Unternehmen möchte neben dem Papier einen persönlichen Eindruck von Ihnen gewinnen. Ihnen geht es genauso. Nutzen Sie also die Gelegenheit und stellen Sie fragen.

Führen Sie einen Dialog, kommen Sie ins Gespräch. Stellen Sie Fragen zum Unternehmen oder zu Branchen- oder Unternehmensbezogenen Aspekten die Sie allein aufgrund der Homepage nicht klären konnten. Selbstverständlich sollten Sie sich auch ausführlich über die neue Stellen informieren und alles fragen, was auch für Sie später Entscheidungsfaktoren sein können.

10 Aspekte die sie erörtern sollten:

  1. Künftige Aufgabe, Verantwortung, Kompetenzen (Stellenbeschreibung)
  2. Wieso hat der bisherige Stelleninhaber den Job aufgegeben
  3. Erwartung an den Bewerber
  4. Organigramm, Einordnung der Stelle
  5. Führungsstil, Unternehmensphilosophie
  6. Salär, Spesen (Personalhandbuch)
  7. Sozialleistungen
  8. Arbeitszeit, Ferien, Reisetätigkeit
  9. Weiterbildung
  10. Entwicklungsmöglichkeiten

Ausserdem gilt wie üblich:

  • Pünktlichkeit ist unerlässlich. Gehen Sie lieber zu früh los, als dass Sie verspätet und verschwitzt eintreffen.
  • Mit einem gepflegten und für die Stelle adäquaten Auftreten haben Sie schon viel gewonnen. Den noch immer gilt: Körpersprache und alles visuell Wahrnehmbare wirkt zu 54%, die Sprache zu 39 % und der Inhalt zu 7 %.
  • Niemals (!) schummeln. Bleiben Sie ehrlich, auch wenn Sie glauben damit nicht gut anzukommen. Keiner ist perfekt, dass weiss auch der Recruiter. Lügen fliegen früher oder später auf und dann haben Sie erst recht verloren.

Und vor allem: Versuchen Sie, sich selbst zu sein. Es nützt nichts, sich zu verstellen. Es wird unnatürlich wirken und schlussendlich ein falsches Bild von Ihnen vermitteln.