Was ist ein Assessment Center (AC)
Die wörtliche Übersetzung des Begriffs Assessment Center (AC) bedeutet Einschätzungs-, Bewertungs- und Beurteilungszentrum. Die Übersetzung zeigt, weshalb sich keine deutschsprachige Bezeichnung durchsetzen konnte bzw. sich der Begriff Assessment Center oder AC etabliert hat.
Als Assessment Center werden heute Auswahlverfahren bezeichnet, die in ihrer konkreten Ausgestaltung, je nach Anwender, Einsatzzweck, Zielsetzung und eingesetzten Einzelverfahren sehr unterschiedlich sind. Konkret ist das Assessment Center eine Kombination von mehreren Beurteilungsverfahren, die es erlauben innerhalb einer klar eingegrenzten Gruppe von Personen eine Auswahl zu treffen.
Wozu wird ein Assessment Center durchgeführt
Mit dem Assessment Center wird versucht, den Schwachpunkten der klassischen Berufseignungsdiagnostik (Testverfahren) zu begegnen. Zum Einsatz kommt eine Kombination verschiedener diagnostischer Instrumente, wie beispielsweise klassische Tests und Rollenspielsituationen. Durch geeignete Übungen kann das Verhalten eines Bewerbers hinsichtlich konkreter künftiger Aufgaben erfasst werden.
Art und Inhalt der Aufgaben sind sehr unternehmensspezifisch aufgebaut und erlauben das Erfassen von verhaltens-, situations- und anforderungsbezogenen Fähigkeiten. Die Gestaltungsvielfalt ermöglichen den Einsatz für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche.
Beobachter und Teilnehmer
Assessment Center sind dadurch gekennzeichnet, dass Verhaltensleistungen der Teilnehmenden von mehreren Beobachtern gleichzeitig in Bezug auf verschiedene Verhaltensdimensionen in verschiedenen Übungen beobachtet werden.
Dabei kann ein AC für mehrere Bewerber gleichzeitig oder auch nur für einen einzelnen (Einzel Assessment Center) durchgeführt werden. Als Beobachter werden in den meisten Fällen erfahrene Führungskräfte, Personalfachleute oder Psychologen eingesetzt. Ein AC kann zwischen einem und drei Tagen dauern.
Vier Merkmale zeichnen ein AC aus
Sowohl über die Bezeichnung als auch über die inhaltlichen Charakteristika eines Assessment Center bestehen in Literatur und Praxis auch weiterhin keine Einigkeit. Es werden jedoch Mindestanforderungen aufgestellt, die sowohl von der Praxis als auch von der Wissenschaft anerkannt werden. Zum einen ist das der als Basis dienende - vor einem Einsatz der AC-Methode erarbeitete - Merkmalskatalog, in dem die charakteristisch geforderten Beobachtungsmerkmale für die zu besetzende Stelle zusammengefasst sind.
Ferner gilt die Forderung, dass die eingesetzten Übungen es auch zulassen, die festgelegten Merkmale zu beobachten. Auch können von einem Assessment Center vier bedeutende Charakteristika abgeleitet werden.
- Anforderungsnähe
Als erstes wird hier die Anforderungsnähe genannt, was zu bedeuten hat, dass die Übungen, welche die Bewerber zu vollführen haben, sich möglichst nahe an der Realität des zukünftigen Arbeitsplatzes orientieren. - Beobachtungsnähe
Zum zweiten ist die Beobachtungsnähe ein Charakteristikum. Unter Beobachtungsnähe versteht man, dass die Übungssituationen so konzipiert sein sollen oder müssen, dass Merkmale leicht zu beobachten sind. - Verfahrensvielfalt
Auch von Verfahrensvielfalt wird im Zusammenhang mit der AC-Methode gesprochen. Definieren kann man die Verfahrensvielfalt so, dass in möglichst vielen Übungen spezifisch notwendige Merkmale für die Zielposition beobachtet werden können. - Beobachtervielfalt
Als viertes Charakteristikum wird die Beobachtervielfalt genannt. Damit ist gemeint, dass die Beobachtergruppe möglichst heterogen zusammengestellt sein sollte, d.h. Mann/Frau, Mitarbeitende/Führungskräfte/Lieferanten/Kunden usw.
Quelle: jobagent.ch
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